Mar 24, 2013

Fellpflege vorn und hinten

Joey entwickelt sich prächtig, in allen Belangen. 
Sein zotteliges Fell stellt mich vor eine Herausforderung, 
der wir beide dreimal die Woche tapfer begegnen. 
Ich befolge den Rat seiner Züchterin: BLOSS KEINE SCHERE!

Das heißt, handgezupft - auch wenn's rupft. 
Dazu habe ich mir einige Youtube-Videos reingezogen, 
Gummifingerlinge gekauft, und seither üben wir. 
Blicklicht: im Mai geht's wieder nach Schleswig-Holstein 
und damit zu seiner Züchterin - die wird ihn dann richtig trimmen. 
Sie meint, über den Winter schadet es nichts, 
einen üppigen Zottelpelz aufzubauen.

Wir genießen beide die Viertelstunde,
die damit beginnt, dass er auf den Tisch darf
und volles Kino (Blick in den Garten auf Vogelhaus) hat.
Das Bürsten mag er, das Zupfen duldet er einige Zeit.
Wenn es ihm zuviel wird, legt er seine Pfoten
auf meine Schultern und versucht, 
mich durch Abschlecken zum Aufhören zu bewegen.
Gelingt nach fünf Minuten.

Seit der Umstellung auf BARF gibt es keine Probleme mehr
mit zu viel/zu wenig/zu weichem Häufchen.
Außer, dass er stets nach dem ersten Absetzen 
im Laufe des weiteren Spaziergangs noch einmal
was Kleines Weiches loswerden muss.
Das nervt mich, ich gebe es zu - denn er saut seinen
pelzigen Hintern ein und muss dann abgewaschen werden.
Aber: wenn ich die nackte Rosette der Stehschwanzterrier sehe -
dann liebe ich meinen Zottelprinz.
 
Wenn wir mal einen größeren Ausflug machen,
bin immer ausgestattet wie mit einem Säugling:
Klopapier, Papiertaschentücher, Pflegefeuchttücher
(Ich mag keine Hundekotspuren im Auto, ..würg...)



 

Feb 11, 2013

Fressi?

Alles nicht so einfach, wie ich es in Erinnerung hatte. Meine Eltern haben nie großes Aufheben rund um die Ernährung unserer Hunde gemacht. Und ich übernahm diese Einstellung ohne Probleme, als ich vor 35 Jahren einen Afghanen hatte.
... Aber Zeiten ändern sich, Menschen ändern sich.

Die vielen Fertigfuttermarken locken, verführen, schmecken (oder auch nicht). Und laut Hersteller sind sie ja alle gut.

Das Dosenfutter behauptet besser als das Trockenfutter zu sein (wo das Trockenfutter behauptet, wie Dosenfutter ohne Wasser zu sein).

Was, du BARF'st noch nicht? Oder schon wieder nicht mehr...

Zunächst war ich glücklich, als Vegetarierin kein Fleisch zerlegen zu müssen. Einfach Pellets ins Schüsserl und ab die Post. Joey frisst alles, und mit Freude. Nachdem ich mich durch zwei Dutzend Fertigfuttersäcke gelesen hatte, fiel die Wahl - es blieb nicht viel übrig, das ohne künstliche Aromastoffe, Farbstoffe und Antioxydantien auskam - auf PURE. 
Erhältlich bei Zoo + Co. Ente und Lachs, kein Getreide, Algen und Kräuter - echt gesund. Alle anderen Sorten verursachten entweder bei ihm Dünnpfiff oder bei mir Unbehagen. Meist beides.

Dann habe ich bei einer Cairn-Züchterin etwas übers Barfen gelesen.
Das schien sooo einfach zu sein. Keine Ausrede. Mein Hund hat was Besseres verdient. Jetzt bin ich ... die Vegetarierin ... beim Fleisch zerteilen, seufz.
Und mein Hund ist glücklich, halb Pellets/halb BARF versorgt, seine Häufchen kommen halb so oft und dafür doppelt so dick und man sieht ihm die Glücksgefühle an, wenn ich sein Futter zubereite. Vorläufig: alles bestens.


Jan 20, 2013

Na ja, nicht ganz paletti

Ich war ja irgendwie drauf vorbereitet: 
Menschenträume sind nicht gleich Hundeträume. 
Was für  mich erstrebenswert gilt, 
muss noch lange nicht meinen Hund begeistern. 
Thema: Komm hierher und geh mit mir ins Haus.

Übersetzung in Hundesprache: 
Schluss mit Katze schauen, Eichhörnchen belauern, 
Kinderstimmen lauschen - und rein ins Haus, 
verbunden mit Pfoten wischen und neuerdings auch duschen, oh Gott.
Ehrlich: würdest Du an seiner Stelle begeistert sein? Eben...

Somit ist das bereits angelernte "Komm hierher", 
das nach wie vor im Haus klappt, 
zu einem sehr unbeliebten Kommando verkommen, 
das Hund am liebsten überhört. 
Innerhalb von drei Tagen entwickelte er fast eine Neurose
(ich auch), wollte absolut nicht kommen, und schon gar nicht ins Haus. 
Blieb lieber im Schnee sitzen und ließ sich zuschneien wie ein Bison. 
Während ich drinnen auf und ab ging, 
nervös und auch - ich gebe es zu - gekränkt. 
Mein kleiner Liebling will gar nicht bei mir sein, 
zieht die kalte Ecke da unten im Garten dem Sofa vor 
und folgt mir nicht mehr.

Vorgestern blieb er trotz Rufen 
über 4 Stunden (vier!) im Schneegestöber, 
bevor er doch ins Haus trottete. 
Mit eingezogenem Schwanz, flachen Ohren. 
Und ich war so genervt, dass ich ihn echt links liegen ließ. 
War ganz gut so, denn ich habe sowieso meine Hände zuviel in seinem Fell. 
Nach einem schweigevollen Nachmittag kam er lautlos, 
setzte sich neben mich und legte seinen Kopf in meine Hand.
Schmelz....

Gut, er kläfft nicht, wenigstens nicht lange. 
Und das Hypnotisieren der Nachbarskatze 
(die Nachbarn sind bestimmt schon genervt, 
stundenlang beäugt und aufgelauert zu werden) 
wird sobald der Schnee weg ist, 
mit einem Sichtschutz am Zaun abgestellt.

Also: runterkommen, ruhig bleiben und das Kommando neu aufsetzen.
 
Als er am Abend dann wieder raus wollte, 
habe ich mir geschworen,
nicht wieder die andauernd die Türe aufzumachen 
und nach ihm zu schauen.
Wird schon kommen. Kam aber nicht.

Es war schon dunkel, kein Joey. Auch nicht in seiner Lieblingsecke.
Verdammt... abgehauen? Da hör ich ein leises Winseln!
Also, rein in den Schnee und Garten absuchen. 
Er hat sich festgelaufen, war im Tiefschnee eingeklemmt 
und konnte weder vor noch zurück. 
Ich glaube, er war ganz froh, dann doch von mir hochgenommen 
und zurück ins Haus getragen zu werden. Er hat schon gezittert.
Ich habe versucht, mein Grinsen vor ihm zu verbergen.

Ich rufe ihn nun nicht mehr "Komm hierher", 
bloß um ihn ins Haus zu locken.
Er kann draußen sitzen und im Schnee liegen solange er will.
Dafür kommt er angetrottet, wenn ich rufe 
und ihm zum Spaziergang einlade 
oder die Futterbox schüttle.
 
Ein Kompromiss, der für beide o.k. ist.

 

Jan 15, 2013

Alles paletti...

Ich verschlinge Fachliteratur, die es mittlerweile reichlich gibt. Viele Menschen machen sich viele Gedanken, und es dauert, sich einen Weg durch die Vielfalt der Konzepte, Vorschläge, Überzeugungen und Gegenargumente zu bahnen. Noch länger dauert es, den eigenen Weg zu finden. Dann bleibt noch die Realität: plötzlich ist alles ganz anders, weil mein Hund das Buch nämlich NICHT gelesen hat und völlig anders reagiert. Oh ich liebe ihn, er bringt so viel Schwung und neuen Wind in unser Leben.

Vom ursprünglich superbraven, fast schüchternen, freundlichen Altwelpen (er verbrachte die ersten 14 Monate seines Lebens dort, wo er geboren wurde, bei seiner Züchterin im Hundeverband) hat sich Little Joe zu einer kleinen Persönlichkeit entwickelt:

Er ist gewachsen (sein Fell stellt eine Herausforderung für meine ungeschickten Finger dar), muskelbepackt und kerngesund. 
Nach wie vor nicht draufgängerisch (solange er nicht auf Eichhörnchenspuren ist) und eher vorsichtig, ist er leicht zu führen. Offen für Neues, freundlich auch zu fremden Menschen ohne überschwänglich zu sein, sicher im Umgang mit anderen Hunden (bisher haben wir nur einen Hund getroffen, bei dem Joey seine guten Manieren vergaß und aggressiv bellte). So machen unsere ausgedehnten Spaziergänge Spaß!

Absolut pflegeleicht in jeder Hinsicht, glücklich wenn die tägliche Routine einigermaßen aufrecht erhalten bleibt (er ist präzise wie meine Uhr, besonders wenn es ums Fressen geht). Da es mir bis heute nicht gelungen ist, einen Grundkurs für ihn (uns) zu finden, findet sozusagen Privatunterricht statt. Er versteht das meiste, folgt auch meistens - und fallweise eben nicht, wenn die Umgebung ihn zu sehr ablenkt oder verführt (siehe Eichhörnchen...).

Dec 11, 2012

Geschichte - Der erste Tag

Als wir unsere Fahrt zur Züchterin antraten, herrschte Schweigen zwischen meinem Mann und mir. Spannung oder besser: Anspannung. Er fürchtete um seine Freiheit (tut er immer noch). Ich fühlte, ich brauche den Hund, auf den ich mich seit vielen Jahren freute, mehr denn je und so schnell wie möglich.
Meine Güte, wer immer unser Hund sein wird, sein Job wird kein leichter sein.

Zwei Telefonate gingen dem Besuch voraus, und immer wieder der Blick auf die Homepage, die einige Fotos von diversen Hunden zeigte, auch von ihm. Die Welpen waren schon vergeben, aber da tauchte plötzlich ein einjähriger Rüde auf, der einen neuen Wirkungskreis - nett formuliert - suchte. Und dieser eine Hund war dann Mitte Oktober auch wirklich noch da. 

Die Frage, was mag der Hund wohl erlebt haben, dass er wieder beim Züchter landete, wurde nicht beantwortet, bevor wir uns dann persönlich kennengelernt haben. Das beschäftigte meinen Mann sehr. Ich traute mich gar nicht mehr, mich auf den Hund zu freuen, so viel Widerstand von seiten meines Mannes, der mit Hund nicht besonders viel und schon gar nichts Positives verbindet. Ein Wort dagegen, dachte ich mir - und ich geb auf. 

Mein zukünftiger Hund gab sich vorsichtig freundlich und das blieb dann auch so für die nächsten Tage. Als wir nach 4 Stunden Gespräch dann endlich mit ihm nach Hause fuhren, war es schon finster und mein Hundchen stand wie versteinert neben mir auf dem Rücksitz, blickte zurück ins Dunkle und er tat mir unendlich leid. Einfach so aus seiner Familie herausgerissen, eingepackt und mitgenommen. 

Er war tapfer, ich war vorsichtig und rücksichtsvoll. Und so wuchs ganz langsam Vertrautheit und Vertrauen.